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Moratorium gefordert: Experten verlangen Aufarbeitung der modRNA-Impfpolitik

Medienkonferenz des Aktionsbündnisses Freie Schweiz (ABF) in Bern ruft zur umfassenden Aufarbeitung der Covid-Politik auf

Von Nicole Hammer, Wissensgeist.TV

Bern, 23. Februar 2026. – Vier Jahre nach den großen Impfkampagnen der Pandemie fordern Ärzte, Juristen und Wissenschaftler eine umfassende Aufarbeitung der damaligen Entscheidungen. An einer Medienkonferenz des Aktionsbündnis Freie Schweiz (ABF) in Bern verlangen sie ein Moratorium für modRNA-basierte Impfstoffe, bis zentrale medizinische und rechtliche Fragen geklärt sind.

Die Referenten betrachten die Covid-Politik aus unterschiedlichen Blickwinkeln: statistisch, medizinisch, juristisch und politisch. Dabei geht es nicht nur um die Bewertung einer Technologie, sondern auch um Transparenz staatlicher Entscheidungen, rechtliche Verantwortung und die Frage, wie demokratische Gesellschaften mit Krisensituationen umgehen.


Statistische Entwicklungen seit der Pandemie

Der Gesundheitsökonom Konstantin Beck eröffnet die Medienkonferenz mit einem Blick auf demografische Entwicklungen. Seit dem Jahr 2022 sei in mehreren europäischen Ländern ein deutlicher Rückgang der Geburtenzahlen zu beobachten.

Auch in der Schweiz lasse sich ein solcher Trend erkennen. Beck verweist dabei auf internationale Datenauswertungen, etwa des Robert Koch-Institut.

Nach seiner Einschätzung müsse diese Entwicklung wissenschaftlich untersucht werden, um mögliche Ursachen zu klären.

„Seit 2022 sehen wir in verschiedenen europäischen Ländern einen deutlichen Rückgang der Geburtenzahlen.“

„Die modRNA-Impfung darf aufgrund der erdrückenden Datenlage nicht an schwangere oder junge gebärfähige Frauen verabreicht werden.“

Für Beck ist klar: Ohne eine systematische Analyse lasse sich nicht beurteilen, welche Faktoren hinter diesen Entwicklungen stehen.

Ein Patientenschicksal aus der Praxis

Der Berner Hausarzt Dr. Daniel Beutler berichtet anschließend von einem Patienten aus seiner Praxis, den er Herrn K. nennt.

Der Mann sei Pflegefachmann und Hobbysportler gewesen und habe sich während der Pandemie an die Empfehlungen der Behörden gehalten. Er habe sich regelmäßig testen lassen und schließlich auch impfen lassen.

Beutler sagt, der Patient habe dies „aus Solidarität“ getan. Auch eine Booster-Impfung habe er erhalten, unter anderem auf Empfehlung seiner Hausärztin.

Kurz darauf habe sich sein Gesundheitszustand dramatisch verändert.

Nach Angaben Beutlers entwickelte der Mann ein Chronic Fatigue Syndrome (CFS). Diese Erkrankung führt zu extremer körperlicher Erschöpfung. Schon kleine Belastungen können für Betroffene kaum zu bewältigen sein.

Die Folgen seien gravierend gewesen: Herr K. habe seine Arbeit verloren, könne keinen Sport mehr ausüben und habe schließlich auch seine Wohnung verloren. Heute lebe er nach Angaben seines Arztes von rund 1400 Franken Sozialhilfe.

Mehrere Antidepressiva seien ausprobiert worden. Der Patient sei zeitweise auch suizidgefährdet gewesen.

„Dieser Mann hat seine Arbeit, seinen Sport, seine Wohnung und letztlich auch seine Würde verloren.“

„Wir sprechen hier nicht über Statistik – wir sprechen über ein zerstörtes Menschenleben.“


Medizinische Fragen zur modRNA-Technologie

Beutler erläutert anschließend medizinische Aspekte der modRNA-Technologie.

Diese Impfstoffe enthalten genetische Bauanleitungen, durch die Körperzellen das Spike-Protein des Virus produzieren. Dieses Protein wirkt als Antigen und löst eine Immunreaktion aus.

Beutler sagt, Studien hätten gezeigt, dass Spike-Proteine oder Antigene im Blut nachweisbar sein können. Dies könne darauf hindeuten, dass sich Bestandteile der Impfstoffe im Körper verteilen – ein Prozess, der als Biodistribution bezeichnet wird.

Bei seinem Patienten sei eine entsprechende Untersuchung durchgeführt worden. Auch längere Zeit nach der Impfung seien Spike-Proteine im Blut nachgewiesen worden.

Der Arzt verweist außerdem auf wissenschaftliche Diskussionen über mögliche chronische Entzündungen, Gerinnungsprozesse und Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis).

Solche Fragen würden üblicherweise in der sogenannten Postmarketing-Phase untersucht – also nachdem ein Medikament bereits zugelassen wurde.


Revisionen im Gesundheitsrecht

Die Juristin Andrea Staubli richtet den Blick auf geplante Änderungen im Gesundheitsrecht.

Im Zentrum stehen Revisionen des Epidemiengesetzes (EpG) sowie des Heilmittelgesetzes (HMG).

Besondere Aufmerksamkeit widmet sie Artikel 22 des Epidemiengesetzes, der es Kantonen ermöglicht, unter bestimmten Umständen Impfobligatorien einzuführen. Diese Regelungen könnten insbesondere bestimmte Berufsgruppen betreffen.

„Artikel 22 ermöglicht es Kantonen, Impfobligatorien für bestimmte Berufsgruppen einzuführen.“

„Verstöße gegen solche Regelungen können mit Bussgeldern von bis zu 100 000 Franken geahndet werden.“

Staubli spricht außerdem über regulatorische Fragen im Zusammenhang mit neuartigen Therapien. Das Heilmittelgesetz enthalte Verfahren für innovative medizinische Technologien, die teilweise noch wenig erprobt seien.

„Das Heilmittelgesetz enthält Verfahren für neuartige Therapien, die unter besonderen Bedingungen zugelassen werden können.“

Aus ihrer Sicht sei entscheidend, wie solche Technologien reguliert werden und welche Schutzmechanismen für Patienten bestehen.


Juristische Bewertung der Impfstoffzulassung

Der Zürcher Rechtsanwalt Philipp Kruse analysiert die Pandemiepolitik aus juristischer Perspektive.

Im Zentrum seiner Ausführungen steht die Frage, unter welchen rechtlichen Voraussetzungen neuartige medizinische Technologien zugelassen und eingesetzt wurden. Dabei geht es insbesondere um Impfstoffe der Hersteller Pfizer, Moderna und Novavax.

Kruse sagt, diese Produkte seien unter außergewöhnlichen regulatorischen Bedingungen zugelassen worden.

„Wir haben es also mit einer Zulassung zu tun, welche einen eigentlichen experimentellen Charakter hat.“

„Wenn der Staat solche Maßnahmen empfiehlt, trägt er eine besondere rechtliche Verantwortung gegenüber den Bürgern.“

Kruse betont insbesondere die Bedeutung der informierten Zustimmung. Wenn staatliche Stellen Impfungen empfehlen oder Impfprogramme organisieren, müsse die Bevölkerung ausreichend über Nutzen und Risiken informiert werden.

Darüber hinaus stelle sich die Frage der Haftung. Wenn Impfstoffe großflächig eingesetzt werden und mögliche Schäden auftreten, müsse geklärt werden, wer dafür verantwortlich sei – die Hersteller oder der Staat.

Nach seiner Einschätzung würden diese Fragen zunehmend auch Gegenstand juristischer Verfahren.


Streit um Impfstoffverträge

Der Nationalrat Rémy Wyssmann richtet den Blick auf die Verträge zwischen dem Bund und den Impfstoffherstellern.

Diese Verträge wurden im Auftrag des Bundesrates vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgeschlossen. Zentrale Passagen der Dokumente wurden jedoch geschwärzt.

Wyssmann leitete deshalb ein Schlichtungsverfahren beim eidgenössischen Öffentlichkeitsbeauftragten ein. Dieser habe eine vollständige Veröffentlichung der Verträge empfohlen.

Trotzdem habe das BAG am 22. Dezember 2023 eine Verfügung erlassen, mit der eine weitergehende Veröffentlichung blockiert worden sei.

Nach Wyssmanns Darstellung wurden dafür drei Gründe genannt:

  • mögliche Beeinträchtigung zukünftiger behördlicher Maßnahmen

  • mögliche Gefährdung internationaler Beziehungen

  • sowie Geschäftsgeheimnisse der Hersteller, etwa zur Preiskalkulation.

„Der Bürger, der weiß, was Sache ist, ist gefährlich für den Staat.“

„Wenn der Staat Verträge abschließt, muss die Bevölkerung wissen, was darin steht.“

Mehrere Dokumente wurden deshalb juristisch angefochten. Das Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, dass weitere Teile der Verträge offengelegt werden müssen.

Wyssmann verweist außerdem auf Artikel 70 des Epidemiengesetzes, der Entschädigungs- und Haftungsfragen regelt.


Kritik an der öffentlichen Debatte

Mehrere Referenten äußern während der Medienkonferenz auch Kritik an der Rolle großer Medien während der Pandemie.

Kritische Fragen zur Impfpolitik und zu staatlichen Maßnahmen seien lange Zeit kaum aufgegriffen worden.

In diesem Zusammenhang spricht Wyssmann von einer „Hofberichterstattung“, bei der staatliche Entscheidungen weitgehend übernommen worden seien.


Eine offene Frage

Am Ende der Veranstaltung kehrt der Arzt Beutler noch einmal zu seinem Patienten zurück.

Während der Pandemie sei häufig von Solidarität gesprochen worden. Viele Menschen hätten sich impfen lassen, um andere zu schützen.

Doch was geschieht mit jenen, die heute mit möglichen Folgen leben?

„Sehr geehrte Politiker – wo bleibt die Solidarität mit Herrn K.?“

Für die Referenten der Medienkonferenz ist diese Frage zentral. Die Forderung nach einem Moratorium für modRNA-Impfstoffe sei deshalb nicht nur eine medizinische oder juristische Debatte, sondern auch eine politische Frage der Verantwortung.

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